• Besucherbergwerk Zinngrube Ehrenfriedersdorf
    Besucherbergwerk Zinngrube Ehrenfriedersdorf Foto: Desiree Scheffel, CC BY-ND, Besucherbergwerk Zinngrube
  • Wanderung am Röhrgraben
    Wanderung am Röhrgraben Foto: Corinna Bergelt, CC BY-ND, Greifensteinregion
  • Papierschöpfkurse in der Papiermühle Niederzwönitz
    Papierschöpfkurse in der Papiermühle Niederzwönitz Foto: CC BY-ND, Stadt Zwönitz
  • Bergparade in der Bergstadt Thum Foto: Corinna Bergelt, CC BY-ND, Greifensteinregion

Bergbau-Geschichte hautnah erleben

Glück Auf! - Wir sind UNESCO-Welterbe!

Im Juli 2019 wurde die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen. Die Bedeutung der Welterbestätte liegt in der Verbindung der 17 deutschen und 5 tschechischen Bestandteile, die das bergbauhistorische Erbe der Region repräsentieren.  In der Greifensteinregion liegt einer dieser Bestandteile, die Ehrenfriedersdorfer Bergbaulandschaft, sowie die assoziierte Stätte Papiermühle Niederzwönitz.

UNESCO-Welterbestätte Montanregion Erzgebirge/Krušnohoři

Welterbe-Bestandteil Ehrenfriedersdorfer Bergbaulandschaft

Eingebettet in die hüglige Landschaft mit seinen dichten Wäldern, liegt eines der ältesten mittelalterlichen Zinnerz-Bergbaugebiete Deutschlands. In der Region um Ehrenfriedersdorf begannen bereits Anfang des 13. Jahrhunderts Bergarbeiter mit dem Abbau von Zinnerzen. Die Mitte des 16. Jahrhundert eingesetzte Radpumpe, auch als Ehrenfriedersdorfer Kunstgezeug bekannt, war patentiert und über 300 Jahre lang die weltweit beste Wasserpumptechnik. Die Radpumpe können Sie noch heute bei einer Führung im Besucherbergwerk Zinngrube bestaunen. Dabei fahren Sie in den Sauberger Hauptschacht mit einer Seilfahrt 100m in den Berg hinein und lernen die historischen Bergbaugeräte kennen. Erleben Sie den kulturellen Schatz des Erzgebirges. Auch eine Fahrt mit der Grubenbahn wartet auf Sie.

Das Wasser für Pochwerke und Wäschen wurde über einen 5,5 km langen Kunstgraben zugleitet. Der so genannte Röhrgraben, vermutlich im 14. Jahrhundert angelegt, war mit seiner Steigung für damalige Verhältnisse eine technische Meisterleistung. Er ist der älteste sich noch in Betrieb befindliche Kunstgraben Deutschlands. Bis 1990 wurde er in der Zinnaufbereitung genutzt und lädt heute zu einer Wanderung in der idyllischen Natur ein, wo auch die Zinnseifen im Greifenbachtal entdeckt werden können.

Papiermühle Niederzwönitz

Die Papiermühle Niederzwönitz ist eine der ältesten noch funktionstüchtigen Papiermühlen Deutschlands. Sie belieferte früher die bergbauliche Verwaltung mit Papier. Das aufwendig sanierte Technische Museum lädt auf eine Reise in die Vergangenheit ein. Die Produktionshalle erwacht wieder zum Leben und die arbeitenden Maschinen wie der große Kugelkocher oder der Holländer nehmen Sie mit auf den Weg zur fertigen Pappe. Lassen Sie sich von der Vielfalt der Verwendungsmöglichkeiten bei einer interaktiven Tour durch die Pappothek überraschen. Und beim Rundgang durch die Wohnräume können Sie das Leben der damaligen Besitzer nachempfinden. Jung und Alt können in der Handschöpfwerkstatt die Büttenpapierherstellung wie zu Zeiten Agricolas erleben.
Erzgebirge
Die Papiermühle Niederzwönitz, 1568 erstmals urkundlich erwähnt, ist eine der ältesten, heute noch ...
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Ist es Tag oder Nacht? - Bergbaugeschichte erkunden

„Unter Tage“ arbeiten, das bedeutet, es ist immer dunkel, es gibt keinen Tag. Die schwere Arbeit unter widrigen Bedingungen führte zu Erkrankungen und einer geringen Lebenserwartung. Es gab ein ständiges Auf und Ab mit Stilllegung und Wideraufnahme des Abbaus. Den harten Bergmannsalltag können Sie bei dem Besuch in unseren Besucherbergwerken nachempfinden.

Entdecken Sie das Lebensgefühl erzgebirgisch

Das Video gibt Ihnen einen kurzen Einblick in die lange Bergbautradition im Erzgebirge.
Die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří auf dem Weg zum UNESCO-Welterbe
Video: Erzgebirge - Gedacht. Gemacht.

Alte Bergstädte

Besuchen Sie unsere historischen Bergstädte. Neben dem Stadtrecht besaßen sie weitreichende bergrechtliche Privilegien und durften dadurch die kostbaren Bodenschätze ans Tageslicht bringen.
  • Ehrenfriedersdorf

    Als Bestandteil des UNESCO-Welterbes ist die Bergbaulandschaft Ehrenfriedersdorf von der Tradition der Bergleute geprägt. Im ehemaligen Bergwerk Zinngrube können Besucher heute mit einer Seilfahrt die Grube erkunden und den Bergmannsalltag kennenlernen.
  • Geyer

    In der Berg- und Bingestadt erkunden Sie ganzjährig aktiv die beeindruckende Natur. In der Binge, dem eingestürzten Geyersberg, bekommen Sie Einblick in ein Bergwerk unter freiem Himmel.
  • Thum

    Der kulturelle Schatz des Bergbaus ist auch in der Bergstadt Thum zu spüren. Der traditionelle Weihnachtsmarkt, der bereits sein 280. Jubiläum feierte, wird jedes Jahr von der festlichen Bergparade begleitet.
  • Zwönitz

    Die lebendige Bergstadt bietet vielfältige und lohnende Veranstaltungen. Zahlreiche Museen sowie die unterhaltsamen Stadtrundgänge mit den historischen Charakteren der Stadt entführen die Besucher in die Vergangenheit.   

Über Stock und Stein

Wandertouren durch die Bergbaugeschichte

Die schier unendlich begleitenden Zeugnisse des Bergbaus machen jede Wanderung zu etwas Besonderem. Bei einer Wanderung auf den Bergbaupfaden entdecken Stollen, Raithalden und andere Relikte. Es lohnt sich eine Taschenlampe mitzunehmen.

Verlassene Stollen und Bergwerke kehren zurück zur Natur, Pflanzen und Tiere finden Lebensraum. So nutzt der Uhu zur Brutzeit regelmäßig das Gelände der Binge in Geyer. Die vom Zinnseifenbergbau zurückgelassenen Raithalden (unhaltiges Gestein) lagern seit dem 13./ 14. Jahrhundert im Greifenbachtal. Ein idyllischer Wanderweg folgt dem unter Denkmalschutz stehenden Röhrgraben vom Greifenbachstauweiher bis auf den Sauberg Ehrenfriedersdorf.


Entstanden im Erzgebirge

Bergparaden und Mettenschichten

Die traditionellen Bergparaden, die bis ins Mittelalter zurückreichen, haben ihren Ursprung in den gemeinsamen Kirchgängen der Berg- und Hüttenleute. Bei besonderen Anlässen trat man gemeinsam auf, um hochrangige Persönlichkeiten zu ehren oder auch auf Missstände des Gewerkes aufmerksam zu machen. Sachsens Bergaufzüge und Bergparaden wurden 2016 in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Die letzte eingefahrene Schicht im Bergwerk vor Weihnachten war die Mettenschicht (in Bezug auf Christmette). Eingeleitet vom Steiger wurde die Arbeit vorzeitig beendet und mit einer Andacht im Huthaus begangen. Mit Bergmannsliedern dankte man für den Bergsegen. Es gab ein einfaches Essen, was zumeist aus Bratwurst, Kartoffelbrei und Sauerkraut bestand.

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